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In
Tübingen lehrte er als Professor für deutsche Sprache
und Literatur. Nach seiner politischen Karriere zog er sich in seine
Heimatstadt zurück und lebte als Privatgelehrter. Uhland,
den eine lebenslange Freundschaft mit Justinus Kerner verband, wird
der Romantik zugerechnet. Bekannt wurde er vor allem durch seine
Balladen und die Verarbeitung von historischen Ereignissen und Sagenstoffen.
So ist zum Beispiel seine Schwäbische Kunde in die Ereignisse
der Kreuzzüge eingebunden ( " Als Kaiser Rotbart lobesam
/ zum Heil'gen Land gezogen kam..." und "Zur Rechten sah
man wie zur Linken / einen halben Türken niedersinken"
). Seine Gedichte wurden schon zu Lebzeiten Uhlands von großen
Komponisten vertont, mit am bekanntesten bis heute wohl "Ich
hatt' einen Kameraden...". Als Dichter war er außerordentlich
erfolgreich. Seine Werke erreichten bis 1875 stattliche 60 Auflagen,
das entsprach 200 000 Exemplaren. Zusammen mit Heinrich Heine gehörte
er zu den populärsten Dichtern seiner Zeit. Im
Rahmen der Germanistik fand Uhland mit seinem Werk über den
mittelalterlichen Minnesänger Walther von der Vogelweide große
Beachtung. Ebenso bekannt ist seine Sammlung von hoch- und niederdeutschen
Volksliedern.
Die
Uhlandforschung beschreibt den Dichter als außerordentlich
schweigsamen Menschen, der wenig Wert auf sein Äußeres
legte. Bemerkenswert sei auch seine große Ordnungsliebe und
seine schon fast spartanisch zu nennende Lebensart gewesen. Er unterschied
sich da sehr von seinem Freund Justinus Kerner, der als sehr humorvoll,
munter und kontaktfreudig beschrieben wird. Kerner war es wohl auch
zu danken, dass sich um diese beiden Größen der schwäbischen
Romantik ein ganzer Dichterkreis bildete. Neben ihm gehörten
zu Uhlands Freunden Schwab, Hebel, Jean Paul, Hoffmann von Fallersleben,
Mörike, die Gebrüder Grimm und Annette von Droste-Hülshoff,
die ein weites Stück ihres Lebens in Meersburg am nahen Bodensee
verbrachte, wo sie auch verstarb. Auch
äußerlich war Uhland wohl eher unattraktiv, denn Adalbert
von Chamisso beschreibt ihn folgendermaßen: " Er ist
klein, unscheinbar, dickrindig und schier klötzig." 1820
heiratete Ludwig Uhland Emilie Vischer ( 1799 - 1881 ), Tochter einer gut situierten Kaufmannsfamilie aus Calw.
(Quellen: "
Microsoft Encarta Enzyklopädie PLUS 2001","Uhland
von A bis Z" von Karin de la Roi-Frey, DRW-Verlag, Leinfelden
Echterdingen 1998 und "www.schwarzaufweiss.de/Schwarzwald/Uhland.htm")
Uhland und Tuttlingen
Neben der politischen und
literarischen Bedeutung für ganz Württemberg und weit darüber hinaus hatte
Ludwig Uhland auch einen Bezug zu Tuttlingen, wie man dem folgenden Text von
Museumsleiterin Gunda Woll aus den „Tuttlinger Heimatblättern 2009“, Seite 14,
entnehmen kann: Als Ludwig Uhland am 5. August
1820 auf dem Rückweg von seiner Schweizer Reise in Tuttlingen Halt machte,
übernachtete er in einem Gasthof. In seinem Tagebuch vermerkt er zwar, dass er
sich mit seinem politischen Freund, dem damaligen Kaufmann, Bürgermeister (Anm.:
von Tuttlingen) und Abgeordneten Karl Philipp Friedrich Beckh, getroffen habe,
er erwähnt allerdings nicht, wo er nächtigte. Da das Haus des Abgeordneten
Beckh direkt neben
dem „Ochsen“ * stand, übernachtete er vielleicht dort.
* Der „Ochsen“ befand sich an der Ecke Markplatz/Obere
Hauptstraße
(Anmerkung und Fußnote von der LURS) | |